13.9.07 war der Kinostart
Handlung: Endlich Sommerferien - und dann das: Aus Paulas Rucksack wird ihr Tagebuch gestohlen. Für Paula bricht eine Welt zusammen und ihr ist sofort klar: das Tagebuch muss zurück!
Ihr Mitschüler Tobi, in Englisch eine Niete und zur Nachprüfung verdonnert, hat eine heiße Spur und schlägt ihr einen Deal vor: Englischnachhilfe gegen gemeinsame Verbrecherjagd. Doch das für Paula bevorstehende Feriencamp droht ihre Pläne in letzter Sekunde zu durchkreuzen, wenn da nicht Tobis kleinere Schwester wäre. Es beginnt für alle das größte Abenteuer ihres Lebens …
Der preisgekrönte Film PAULAS GEHEIMNIS (Gewinner LUCAS 2006 / 29. LUCAS - Internationales Kinderfilmfestival) von Gernot Krää wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet. In den Erwachsenenrollen glänzen u.a. Jürgen Vogel und Leslie Malton.
Ein spannender und gleichzeitig humorvoller Detektivfilm für die ganze Familie.
PAULAS GEHEIMNIS wurde ausdrücklich von Institutionen wie Vision Kino, AKF – Arbeitskreis Filmbildung, Bundesverband Jugend und Film e.V. etc. für den Einsatz im Unterricht empfohlen.
10.10.2005 Filmaufnahmen. In dem engagierten Jugendfilm war der Viererzug Friesen von Herrmann Niemann und Bernd Ostermann aus Lüneburg Teil einer Traumsequenz der jungen Paula, wie sie mit ihrem Prinzen nachts das elterliche Schloß in eine unsichere, neblige Zukunft verläßt.
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Schloß Grabau bei Bad Oldeslohe |
Die Nachtaufnahmen
Rechtzeitig, kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen die vierbeinigen Akteure auf dem Gutshof Grabau an und können noch einen Paddock beziehen. Der größte Friese bringt es auf das stattliche Stockmaß von 1.76m, der kleinste ist vier Jahre alt und schafft 1.68m. Bernd Ostermann hofft, daß noch ein paar Zentimeter dazu kommen werden. Denn vor den herrschaftlichen Kutschen ist Größe gefragt. Die Pferde können sich noch eine Weile die Beine vertreten. Das Team orientiert sich auf dem Set und wie man am sichersten in stockfinsterer Nacht später dorthin kommt. Eine für den kleinen Schloßhof wendbare Kutsche soll von der Requisite schon bereitgestellt worden sein. Welch große Überraschung! Die Kutsche ist eigentlich für ein Zweiergespann kleiner Pferde und riecht auffallend nach frischer Farbe. Am Tag zuvor war sie noch bordeauxrot gewesen und nun schwarz. Eigentlich soll alles schwarz sein, nicht nur die Pferde. Die hellen Knöpfe am Umhang werden abgetrennt und durch versteckte Sicherheitsnadeln ersetzt. Bernd Ostermann wird ein großer schwarzer Schlapphut á la Wurzelzwerg überstülpt, damit auch er im großen Schwarz verschwindet. Ab 23 Uhr sind die Pferde am Set und das Warten und sich in Geduld üben beginnt. Eine Stunde nach Mitternacht ist es dann soweit und die Pferde können eingespannt werden. Über 70 Mitarbeiter sind emsig beschäftigt, Lampen, überdimensionale schwarze Schilde, Kamera und Schienen in Position zu bringen. Bei allen Arbeiten herrscht disziplinierte Stille. „Achtung, bitte Ruhe, wir haben Tiere am Set“, ruft die Aufnahmeleiterin ruhig in das Mikrofon ihres Headsets und macht einer ganz jungen Assistentin deutlich, daß nicht die Lautstärke darüber entscheidet, ob man sich Gehör verschafft. Eigentlich läuft hier jeder technisch auffallend ausgestattet herum.
Das Gespann fährt vor das Portal, einmal, zweimal, dreimal. Vier Pferde lassen sich natürlich nicht so punktgenau einparken, wenn der Wenderaum durch alles Mögliche stark eingeschränkt ist. Aber es sind ja genug junge und starke Männer am Set. Und so wird alles auf seinen Platz getragen oder gedrückt. Vier verschiedene Aufnahmen mit stehender Kutsche stehen auf dem Plan. Nach und nach oder besser gesagt nach drei Stunden mehr oder weniger Stillstehen für die Pferde sind die Aufnahmen im Kasten. Die Pferde blieben ruhig und ließen sich auf alle Positionen drücken, schieben etc. Für die letzte Szene gehen die Special Effekts Jungs ans Werk und zaubern eine dicke Nebelwand vor den Wald. Das Traumpaar soll in rasanter Fahrt in die Nebelwand eintauchen und entschwinden. Fahrerisch bedeutet dies, das Gespann welches so dreieinhalb Stunden gestanden hat zum Galopp zu motivieren, geblendet durch die Scheinwerferstrahlen in den Nebel zu fahren, auf dem engen Weg zu bleiben und so nebenbei keins der mit schwarzer Folie abgedeckten Autos am Wegrand zu demolieren. Die erste Nebelwand ist perfekt – nur das Mikrofon unter der Achse nimmt nicht richtig auf, die zweite weiße Wand verschwand zu schnell, mit der dritten ist man endlich zufrieden. Inzwischen ist es fünf Uhr morgens und wir stolpern in den beginnenden Tag zum Hof zurück, verladen die Tiere und sind zum Frühstück zuhause.
Das Gespann gründet nun vielleicht eine eigene Gewerkschaft und plädiert lieber lange Postkutschentouren machen zu wollen, als die ganze Nacht herumgeschubst zu werden. In acht Tagen Hamburg – Berlin, da läuft man sich zwar auf 280 Kilometern einen Satz Eisen ab, aber vorwärts ist zumindest eine artgerechte Bewegung.
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Das Schloß 1930 und heute |
Das Schloß
Das Grabauer Schloß wurde 1906 – 1908 von dem Bremer Baumwollfabrikanten Gustav Lahusen für 2,5 Millionen Goldmark gebaut. Gut geschützt liegt es hinter hohen Bäumen am Ortsausgang. Sein besonderes Merkmal ist die mit Muschelkalk verputzte Fassade. Das Schloß steht schon lange leer und zerfällt. 1999 kaufte es der gebürtige Iraker Al-Takani um es selbst zu bewohnen. Im Inneren sieht man begonnene Umbauarbeiten, die aber in ihren Anfängen schon wieder beendet wurden. Die Ausstattung kann aber immer noch von glanzvolleren Zeiten erzählen wie z.B. das Badezimmer aus Marmor mit einer Badewanne, die aus einem Stück Marmor gehauen wurde.
Das dazugehörige Gutshaus beherbergte in den Dreißiger Jahren um 1000 Remontepferde für das Heer. Heute züchtet die Familie von Kamenz hier Araber.







