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Tetse-Nachkommen 4/2006 Ergebnisse der Körungen und Tests: seine Kinder zeichnen sich durch Bewegungspotential aus.

wie kam es dazu

Pferde, die drei Jahre und älter sind und nach der Fohlenschau nun zum ersten Mal erwachsen vor die Jury treten, werden „linear gescoord“. Dies ist ein Beurteilungsschema, das zuerst erfolgreich in der Rinderzucht eingesetzt wurde. Das Gebäude wird hierbei zerlegt und in vielen einzelnen Schritten beurteilt. In der Friesenzucht wurde es 1994 eingeführt. In den ersten Jahren wurden fast 30 Punkte beurteilt, um einen Überblick zu erhalten, wie groß die Variationsbreite in der gesamten Population überhaupt ist. In einem nächsten Schritt wurde das durchschnittliche Friesenpferd ermittelt und seine Merkmale erhielten die Kennzahl 100 für gut!
Also mehr als 70% aller Friesenpferde bewegen sich in diesem Rahmen und sind gute Gebrauchspferde. Die Balkendiagramme der linearen Beurteilung weisen bei ihnen wenige Ausschläge nach rechts oder links auf.
Um den Züchtern hilfreiche Informationen geben zu können, werden die gesammelten Daten 1-2 mal im Jahr in ein Rechenzentrum gegeben. Großrechner brauchen auch heute ca. 3 Tage um die komplizierten Berechnungen durchzuführen. Ids Hellinga, der Dipl. Genetiker ist Herr der Zahlen im Stammbuch in Drachten. Zusammen mit den Mitgliedern der Körkommission werden die Ergebnisse ausgewertet. Nach einigen Jahren Erfahrung mit dem neuen System, wusste man, einige Merkmale auf dem Beurteilungsformular sind redundant und kosten nur unnötig Zeit. Sie wurden von der Liste gestrichen. Als Beispiel will ich den Unterhals anführen. Ein ungearbeitetes Pferd mit steiler Schulter, einem kürzeren, mächtigen Hals und rückständigen Vorderbeinen wird immer einen Unterhals entwickeln.

Das durchschnittliche Friesenpferd
Der durchschnittliche Friese weist neben der viel geliebten Rappfarbe und dem wallenden Behang auch eindeutige Gebäudemerkmale auf, wie etwas stärkerer, nicht zu kurzer Hals, eine eher steile Schulter, leicht abfallende Kruppe, trockene, gut abgearbeitete Gelenke, tief eingesetzter Schweif, die Beweglichkeit in den Gelenken ist häufig höher. Größe: die Widerristhöhe sollte zwischen 160 und 166 cm liegen. Es gibt Untergrenzen, die abhängig von Alter und Geschlecht sind. Eine Obergrenze wurde nie festgelegt, aber eigentlich ist man sich einig, ab einem Stockmaß von 170 cm verliert das Friesenpferd deutlich an der ihm typischen Ausstrahlung.

Das Erbe aus der Landwirtschaftsära (1920-1950)
Zum Erhalt der Rasse und aus wirtschaftlicher Notwendigkeit wurde aus dem edlen Rappen vor der Sjees das kompakte Pferd für die schweren Geräte. Kurze Strukturen typisieren diesen Schlag. Den niederländischen Ausdruck beknopt werden viele schon gehört haben.
Die edlen Stuten mit Schwanenhals, feinem Fell und langen Beinen wurden wie Augäpfel gehütet und blieben der Stolz ihrer Besitzer. Schauen sie sich mal die alten Aufnahmen um 1950 an, wenn bei besonderen Gelegenheiten das friesische, vierbeinige Tafelsilber bei der Quadrille angespannt wurde. Sie werden nicht ein einziges Pferd dort sehen, dass dem Typ des Landbaufriesen entspricht. Trotzdem hat sich vor allem in Deutschland der Glaube festgesetzt, dass dieser schwere Typ das typische Friesenpferd ist. Es ist einfach eine hartnäckige Mär.