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Kreismeister Schleswig-Flensburg

Kreismeisterschaften Hörup

Czemper-Eske

Michaela Czemper-Eske aus Flensburg und ihr 10 jähriger Ster-Wallach Wibbe (Sjaard x Jillis) wurden in Hörup Kreismeister für Schleswig-Flensburg in M-Dressur Fahren. Das Paar hält den Titel seit 2004.

Aber nicht nur im Fahren sind sie erfolgreich, auch unter dem Sattel starten sie in diesen Jahr in M-Dressur. Ein vielseitiges Dream-Team, dass bei Null anfing: Wibbe wurde 2002 als Dreiijährigen roh gekauft und Michaela lernte gerade Reiten und Fahren.

Im Showprogramm von Negernbötel

L-Dressur am 24.5.09 in Schleswig-Schuby

Auf dem Turnier in Schleswig-Schuby am 24.5.09 sollte Wibbe zum erstenmal in einer M-Dressur starten. Aufgrund eines Formfehlers bei der Meldung war der Start an dem Tag leider nicht möglich.

L-Dressur am 24.5.09 in Schleswig-Schuby

Erfahrungsbericht "Gute Friesen werden gemacht"

Nach dem Einfahren und Anreiten in Holland 2002. Foto Czemper-Eske


Michaela Czemper-Eske:
„Es fing alles im Jahr 2001 an, als ich wieder mal nach langer Zeit auf einem Pferd saß. Ich bekam eine Reitbeteiligung auf einer Mecklenburger Stute. In dem gleichen Stall war meine jetzige Freundin Bianca Jessen, die Pferde im Beritt hatte, unter anderem auch einen Friesen.
Eines Abends half ich ihr 2 Pferde Turnierfertig zu machen und sie versprach mir eine Reitstunde auf diesem Friesen. Ich konnte es gar nicht abwarten und endlich war es soweit, ich durfte einen Friesen reiten. Es hat mich so fasziniert, dass ich nur noch den Wunsch hatte mir einen eigenen Friesen zu kaufen.
Ende 2001 habe ich geheiratet und mein Mann und ich wollten unsere Hochzeit im Sommer 2002 groß feiern (auf meinen besonderen Wunsch). Aber der Traum von dem Friesen wurde immer größer. Als dann mein Reitbeteiligungspferd verkauft wurde, war ich sehr traurig.
Irgendwann fragte ich meinen Mann, ob ich mir statt Feier lieber meinen großen Traum erfüllen kann, und er stimmte zu und ich war nicht mehr zu halten. Das Internet wurde durchstöbert und Zeitungen wurden gewälzt. Ich hatte gar keine Ahnung auf was man bei einem Friesen so achten sollte. Ich sah mir einen in Cuxhaven an, der war voller Schuppen und sie meinte nachher: Ihnen verkaufe ich meinen Friesen nicht. Klar ich war natürlich absolute Anfängerin, aber gleich so zu reagieren verstand ich dann auch nicht so ganz.
Ich fand dann eine Adresse im Internet, die mir sehr weitergeholfen hatte. Sie gab mir eine Telefonnummer aus Holland. Ich wollte sowieso nach Holland fahren um meine Familie, die in der Nähe von Groningen wohnt, zu besuchen. Ich rief die Nummer dann an und er sagte am Telefon, er habe gerade einen Hengst geholt, den könne ich mir am nächsten Tag anschauen. Ich war natürlich Hammer aufgeregt und konnte nicht schlafen. Wir ( meine Mutter, meine Schwester, mein Bruder und ich) dann am nächsten Tag los nach Spier, zu Familie Visser.
Er holte Wibbe aus der Box, völlig verängstigt. Herr Visser sagte, er kommt direkt von der Hengstweide und kennt gar nichts, dass sah man. Es wurden uns dann noch mehrere Friesen vorgeführt, die auch schon Ster waren, aber keiner hatte diese Augen und diese Ausstrahlung.
Ich sagte noch zu meiner Schwester, das soll mal ein Friese werden? Er sah so schmächtig aus und rothaarig. Wie gesagt, ich hatte gar keine Ahnung. Sie beruhigte mich und sagte nur, er ist ja noch jung.
Ich bat um einen Tag Bedenkzeit, es war schließlich mein erstes Pferd was ich mir kaufte, aber ich hielt es nicht mehr aus und rief abends an und sagte zu. Wir sind dann am nächsten Tag hingefahren und haben den Vertrag fertig gemacht. Ich ließ Wibbe noch einen Monat zum Einfahren in Holland und mit der bitte, dass man einen Sattel auflegen kann und er einen Reiter trägt. Das hatte ich mit Bianca so abgemacht, denn sie hatte mir versprochen, mir bei der Ausbildung zu helfen.
Im Juni 2002 war es denn soweit, ich habe ihn mit meinen Geschwistern abgeholt. Am nächsten Tag ging er dann in die Klinik und wurde kastriert, denn einen Hengst traute ich mir nicht zu. Dann fing die arbeit langsam an, mit longieren und behutsamen Einreiten. Ich war echt froh, dass Bianca mir zur Seite stand.
Im Herbst machte ich dann mein kleines Reitabzeichen in der Dressur mit ihm, gesprungen bin ich mit einem anderen Pferd. Buh man gerade bestanden. Bianca sagte dann, für einen Friesen läuft er eigentlich ganz gut. Das Jahr drauf ging sie mit ihm das erste Turnier. Sie hatte ganz schön Angst sich zu blamieren, denn man wusste ja schon, dass Friesen nicht so gerne gesehen wurden. Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Die beiden waren ganz schön erfolgreich. Er ging sogar Reitpferdeprüfungen, bei denen die Beiden auf dem 3. Platz landeten. Die eine Mitstreiterin ging sogar zum Richterwagen und beschwerte sich, wie es angehen kann, dass ein Friese platziert ist. Ich war sooo Stolz auf die Beiden.
Dann entdeckten wir auch Wibbe`s Springtalent und Bianca ging auch Eignungen mit ihm und kam prompt auf den 2. Platz.
Mir hatte man dann gesagt, dass ich Wibbe mal auf einer Zuchtschau vorstellen könnte und so sind wir dann im September 2003 nach Behringen gefahren. Er wurde tatsächlich Ster mit einer 2. Prämie. Bianca ritt dann noch die Reitpferdeprüfung und wurde 2. mit ihm. Es war so ein schöner Tag, das kann man sich kaum vorstellen.
Ich begann dann mit dem Fahren, Albert Frank, ein bekannter Parcourchef, half mir dabei, denn vor der Kutsche war Wibbe nicht ganz so einfach zu Händeln. Ich machte dann mein Fahrabzeichen DFAIV mit ihm und ging mit ihm mein erstes Fahrturnier der Klasse E. Ich konnte es erst gar nicht glauben, ich bekam eine 8,5 für die Dressur und war 2. im Kegelfahren. Es wurden da schon die Kreismeisterschaften ausgetragen und wir wurden dann auch noch Kreismeister. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Dann kam eine Zeit, wo ich lieber gefahren, als geritten bin. Irgendwie bekam ich es nicht hin mit dem reiten. Ich ging auf Turnier und startete eine E-Dressur und kam mit einer 4,8 raus und Bianca ritt eine A-Dressur und gewann, also am Pferd konnte es nicht liegen. Also ließ ich reiten und freute mich, wie mein Pferd und Bianca sich die Siege in der L-Dressur und in der L-Kandare abholten.
Selbst bin ich lieber Kutsche gefahren und machte mein großes Abzeichen DFAIII und fuhr nun erfolgreich in der Klasse M.
Irgendwann machte es klick beim reiten und es ging Berg auf. Es klappte immer besser und ich gewann auch meine erste E-Dressur mit ihm. Dann ging es schnell weiter. Wibbe und ich gewannen die erste A-Dressur, dann machte ich mein DRAIII in der Dressur und beantragte LK 5. Es ging richtig steil bergauf, fast schon zu schnell, denn durch die Erfolge im letzten Jahr, sind wir dieses Jahr in LK 4 und probieren uns in der L und L-Kandare durchzusetzen. Ich werde es wohl noch dieses Jahr mal mit einer M-Dressur probieren, aber mir schlottern jetzt schon die Knie.
Ich wollt´ eigentlich nie Turniere reiten und bin einfach so hineingeschlittert. Aber auch jetzt nach so einer langen Zeit habe ich immer noch sehr großes Lampenfieber vor jeder Prüfung.
Ich bin auch nie auf mein Pferd Böse, wenn es mal nicht so klappt, es liegt ja doch meistens an mir (es sei denn, der Stein oder die Blumen in der Ecke wollten ihn mal wieder fressen).
Ich muss keine Turniere reiten, es ist einfach nur ein schönes Geschenk, das sich so ergeben hat.
Wibbe mag sowieso lieber Schmusen und Leckerlis (aber nur die Guten, die anderen spuckt er aus) als arbeiten, das zeigt er mir jeden Tag. Ich könnte mir das Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Wenn ich in den Stall komme, werde ich schon von weiten begrüßt und ich vergesse alle Probleme und Sorgen.
Es kommt mir auch nur ein Friese ins Haus, egal ob er im Turniersport erfolgreich ist oder nicht. Denn soviel Wärme, Liebe und die Menschenverbundenheit kann dir kein anderes Pferd geben (ich glaube das sagen alle Friesenbesitzer, oder nicht?).“