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Auftakt der Pferdeschauen mit knapp 60 gemeldeten Friesenpferden verlief ruhiger als in den vergangenen Jahren. Die ersten angehenden Körmeister aus Deutschland Ulrike Beissner, Bielefeld und Josef Weßling aus Aurich haben schon Routine. Zusammen mit den niederländischen Inspektoren vergaben sie 7 erste Prämien.

Ulrike Beissner und Josef Weßling  v.l.n.r: Karin Nixdorf, Wolfgang Janizewki, Heinz Rolofs   Hengstfohlen Wolfgang fan 't Artland, Karin Nixdorf aus Berge-Dalvers  

Die ersten Prämien

Bei den Hengstfohlen traf Karin Nixdorf aus Berge-Dalvers gleich zweimal ins Schwarze. Wolfgang fan 't Artland (Doaitsen 420 x Otte 375) wurde im Rassetyp gleich beim Betreten der Arena die Wertnote 8 verliehen, sehr korrektes Beinwerk, schöne Oberlinie und Vorhand taten ein übriges. Nur für die etwas steile Fesselung wurde eine niedrigere Bewertung gegeben.

Ygram: "Meine Mutter trägt zwar die Schleife, aber schaut her, ich bin das Siegerfohlen bei den Hengsten", Eig. Karin Nixdorf, Berge-Dalvers.

Sein Stallkollege Ygram zeigte einen Top Schritt. Schwachpunkt war der säbelbeinige Stand der Hinterhand. Dies kompensierte er mit einem schönen Vorderbein und ausreichender Halsung, was dann dem zwei Monate jüngeren Ygram fan 't Artland (Haitse 425 x Lammert 260) auch die begehrte erste Prämie und später noch die Siegerschärpe für das beste Hengstfohlen einbrachte. Ein junger Kerl, der sich mit viel Allure ins rechte Licht zu setzen wußte.

Ymtje K.M. (Mintse x Brandus) Eig.: Lothar Kleinschmidt & Dirk Malik aus Steinkirchen

Das Züchterduo Kleinschmidt & Malik hatte mit Ymtje einen für sie überraschenden Erfolg. Jeweils beste Noten für den Trab und die rassetypische Ausstrahlung. Sie schwächelte etwas im Schritt, die Körmeister hätten auch lieber eine etwas schrägere Schulter gesehen.

Xseraphina von Marschhorst (Ludse x Wypke) aus Oda Model von Friedhelm Tietjen, Klein Meckelsen

Mit Whita Aikje R. kam die Spielkollegin von Ymtje in den Ring. Ihr waren sehr gutes Beinwerk, eine schöne Schulterlage in die Wiege gelegt worden. Im Trab sollte sie etwas erhabener hervorkommen.
Die Dritte der Besten war das superschicke Stutfohlen aus der eleganten Oda Model von Friedhelm Tietjen mit ebenfalls hervorragendem Beinwerk, vom Skelett her schon fast zu fein, aber mit schöner Vorderbeinlänge, einem guten Schritt und einem guten Trab. Im Kampf um den Sieg fehlte ihr die Kraft um noch einmal überzeugen zu können. Das gleiche traf auf Imtje zu, die dann ihrer Stall- und Spielkollegin den Vortritt geben mußte.

Rubrik: 3-jährige Fohlenbuchstuten zur Aufnahme ins Stammbuch

Drei Stuten erhielten in dieser Rubrik das Ster Prädikat. Mit einer zweiten Prämie wurde Mearn fan 'e Grupstal (Ulbert 390 x Gaije) im Besitz von Heinz Rolofs Ster. Orna J. (Jasper 366 x Teake) gehört Familie Jordan aus Groß Königsförde.

Familie Beissner nahm Mathilda van Bielefeld (Tsjalke x Feitse) mit einer ersten Prämie wieder zurück in den Bielefelder Stall an der Gütersloher Strasse.

1. Prämie Ster Mathilda von Bielefeld, Fam. Beissner, Bielefeld  2. Prämie Ster Mearn fan 'e Grupstal, Heinz Rolofs, Behringen  2. Prämie Ster Orna J. Fam. Jordan, Gross Königsförde 

Mathilda von Bielefeld zeichnete sich aus durch einen sehr ansprechenden Typ mit schönem Gesichtsausdruck. Ein exzellenter Schritt und der raumgreifende Trab brachten ihr den Erfolg, wobei der Trab etwas erhabener hätte sein können. Kreuz und Schulter waren etwas zu steil. Gerade bei der Kruppe sieht man das Abfallende heute nicht mehr so gerne.

Zuchtschausiegerin wurde die 7-jährige Amarinske fan 'e Greidhoeke (Ritse 322 x Diedert) mit einer ersten Prämie. Die Stute konnte vor vier Jahren bereits in Oldenburg überzeugen und trug dort auch schon die Siegerschärpe. Eigentümerin ist Agnes Helmle, die aus Breitnau bei Freiburg anreiste. Eine großrahmige Stute, die durch einen auffallend aparten Trab erhaben zum Zuchtschausieg lief. Bemerkenswert war weiterhin ein guter Widerrist. Der Hinterbeinstand ging in Richtung säbelbeinig.

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Amarinske fan ´e Greidhoeke Zuchtschausiegerin 2007 und schon 2003 in Oldenburg, Fotos Sandra Wohlers

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Ster wurde in der Rubrik der Wallache der 15-jährige Tamme-Sohn Abe aus einer Tsjalling-Mutter. Die Körmeister waren sich über das Ster-Prädikat sofort einig. Die hervorragende Beinqualität sprach für sich und auch die Tatsache, daß die Gelenke noch immer klar und frei von Gallen waren.

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Stammbuchhengst Ludse 305 (Naen x Jochem), Fotos Sandra Wohlers

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Ludse 305 im Besitz von Friedhelm Tietjen aus Klein Meckelsen wurde ebenfalls von den Körmeistern gemustert und erhielt für 2008 die Deckerlaubnis. Den älteren Herren, Ludse ist inzwischen 21 Jahre alt, wird die beschwerliche Reise nach Leeuwarden zur Hengstkörung im Januar erspart. Seine guten Vererberqualitäten hatte er am Morgen mit dem erste Prämie Stutfohlen schon unter Beweis gestellt.

Viele Teilnehmer äußerten sich lobend über das einfühlsame Chippen, welches in diesem Jahr Irene Eberhardt aus Moringen übernommen hatte. Bevor die Zwerge sich des anstehenden Ungemachs bewußt waren, saß der Chip und sie konnten an der Seite ihrer Mutter wieder von dannen ziehen.

Körmeister Jan Hendriks, Lithoyen

Der Körmeister Jan Hendriks, aus dem Süden der Niederlande stammend, ist seit Anfang des Jahres Sprecher der höchsten Körmeisterkommission. Dies Amt bekleidete zuvor Ids Hellinga. Aufgrund der neuen Vereinsstruktur mußte diese Position von einem Mitglied der Inspektion eingenommen werden. Jan Hendriks ist seit 25 Jahren (1982) Körmeister und seit 1996 Mitglied der Inspektion.

Heike Höpner: "Für den Züchter, der sich nur einmal im Jahr mit seinen Tieren der Begutachtung stellt, ist das Vorbringen -die wenigen Minuten im Ring- die Krönung von 12 Monaten harter Arbeit und Sorge. Man sah nun manche Tiere 1, 1,5 oder gar 2 Runden im Ring. Warum?"
Jan Hendriks: "Bei einem so großen Ring wie in Behringen ist eine Runde vollkommen ausreichend. Die Läufer müßen ja auch noch bis zum Schluß durchhalten können. Manchmal meinen wir, daß in einem Pferd noch mehr stecken kann, dann geben wir ein kurzes Zeichen, daß die Jungs weiter laufen sollen. Wurde aus eigenem Entschluß noch eine Runde angehängt, so spielt das keine Rolle. Wir schauen dann gar nicht mehr."

HP: "Alle zehn Jahre wird das Zuchtziel neu bewertet und in bestimmten Bereichen angepaßt. Das ist in diesem Jahr wieder Fall und die Vorlage soll im Herbst vom Mitgliederrat entschieden werden. Worauf wird das Hauptaugenmerk gelegt?"
JH: "Die von allen beteiligten Kommissionen herausgearbeiteten Schwerpunkte wurden in der Märzausgabe von Phryso in einem Leitartikel von Ids Hellinga beschrieben und das kann ich nur in vollem Umfang unterschreiben. An erster Stelle des Auswahlverfahrens steht die Selektion nach einem korrekten Beinwerk, gefolgt von Bewegungspotential und einer ausreichenden Vorderbeinlänge. Genetiker von der Universität haben uns versichert, daß der Behang in der Rasse ausreichend stark verankert ist. Damit können wir für den Augenblick bei der Auswahl in erster Linie den Gesundheitsmerkmalen den Vorrang geben. Ist das Ziel erreicht, ist der Rassetyp in kürzester Zeit wieder zurück."

HP: "Welchen Stellenwert nimmt die Knieaktion ein?"
JH: "Die Bewegung soll aus einer freien Schulter mit viel Raumgriff kommen. Eine Bewegung ohne Bodengewinn ist keine Bewegung, kein Vorwärtskommen."

Bei den "neuen Zuchtzielen" handelt es sich streng genommen, nicht um neue Zuchtziele, sondern nur um eine Verfeinerung der bestehenden Richtlinien.