Extreme kennzeichneten die Zuchtschau der Region-Ost am 16. August 2009. Das gute Mittelfeld war klein und dass, obwohl der Boden den Pferden die besten Vorraussetzungen bot. Körmeister wie Läufer kamen einmütig zu dem Ergebnis, dass sie noch nie einen perfekteren Boden bei einer Zuchtschau kennengelernt haben. Körmeister Jan Hendriks und Monsterknecht Age Okkema haben schon so einige Plätze auf der Welt gesehen und waren einfach nur begeistert von der federnden, festen Fläche, bei der die bekannte Sand-Lehmmischung mit Gummi- und Kunststoffstückchen verfeinert wurde.
Frids fan Steendams
Die Hengstfohlen nutzten dann auch gleich die Chance und schnitten mit zwei ersten und vier zweiten Prämien sehr gut ab. Siegerfohlen wurde Frids fan Steendams (Jasper 366 Sport x Ulke 338 Sport), der sich unerschrocken und leichtfüßig präsentierte. Ein Hengstfohlen mit schöner Halsung, harmonischem Exterieur und einem Schuß Adel, dass in deutlichem Kontrast zu seiner sehr einfachen Mutter stand. Züchterin ist Maren Meier aus Hägerfelde. Edward vom Friesenhof Altmark ist ein junger Meinse aus einer Stermutter von Krist. Er eröffnete die Zuchtschau mit einer ersten Prämie und ist im Besitz von Detlef und Petra Elling aus Klötze.
Fee vom Friesenhof Altmark
Die folgende Rubrik der Stutfohlen musste sich mit einer ersten,vier zweiten und fünf dritten Prämien etwas bescheiden, obwohl fast alle Mütter Ster waren. Ein weit entwickeltes und kraftvolles Jakob-Mädchen, Fee vom Friesenhof Altmark, aus einer Stermutter von Tije wurde Siegerstutfohlen mit einer ersten Prämie und ist im Besitz von Detlef und Petra Elling. Annette Wallenburg, die den ganzen Tag die Zuschauer mit zusätzlichen Informationen versorgte, verriet an dieser Stelle, dass Petra Elling bei dieser Anpaarung federführend war.
Wikje A.J.
Die beiden Zweijährigen hätten kaum unterschiedlicher sein können und doch jede in ihrer eigenen Art sehr ansprechend. Birgit Janssen aus Bad Bodenteich wollte ihrer Wikje A.J. (Fabe 348 x Karel 370) nur einmal das Zuchtschaugetümmel zeigen, damit die junge Dame im nächsten Jahr souverän in die Punkte laufen kann. Mit elegantem Charme lief sie ihre Runden und die Körmeister attestierten ihr gute Chancen für das nächste Jahr. Sie wurde vollkommen untrainiert auf den Hänger geladen.
Wanda vom Friesenhof Altmark
Wanda vom Friesenhof Altmark (Wibe 402 x Dirk 298) hingegen war sechs Wochen lang, ihrer Entwicklung entsprechend trainiert. Sie ist schon vom Typ her kraftvoll. Es war einfach unglaublich, mit welch einem Abdruck sich dieses junge Pferd in die Höhe katapultierte. Es war auch keine Momentaufnahme, Wanda hielt diese Laufmechanik volle zwei Runden durch. Keine Frage, sie wurde Bestes Jungpferd und Familie Elling konnte die zweite Schleife in Empfang nehmen. Ein dritter Streich sollte zum Schluss noch folgen.
Die nächste Rubrik der vierjährigen und älteren Fohlenbuchstuten zur Aufnahme ins Stammbuch war katastrophal. Von den sechs vorgestellten Stuten wurden zwar alle ins Stammbuch aufgenommen, aber ohne Prämie. So gab es in dieser Abteilung auch keine Stererklärung zu feiern. Die Körmeister meinten, dass dieses Ergebnis nicht hätte sein müssen, dass ein Beurteilungskursus und ein zielgerichtetes Training ein anderes Ergebnis gebracht hätte.
Tessa G. Reservesiegerin
Es folgte die Königsklasse, die Dreijährigen Fohlenbuchstuten, die sich zum ersten Mal der Stammbuchaufnahme stellen. Hier liegen die Nerven blank: „Wie macht sich mein Nesthäkchen?“, „Reicht es aus für die Stammbuchaufnahme?“. Von den elf vorgestellte Stuten wurden acht in das KFPS-Register aufgenommen. Drei von ihnen mit einem Sterprädikat. Alle drei erhielten eine zweite Prämie. An erster Stelle kam die Tjsalke-Tochter Tesse G. von Birthe Helbing aus Langen Jarchow. Gefolgt von Sjaukje H. (Abel 344 x Adel 357) im Besitz von Maren Meier aus Hägerfelde. Knapp schaffte es Tora (Tonke 391 x Sierk 326). Sie gehört Fritz Beckmann aus Nahrstedt. Diese Drei mussten sich nun auch für die Siegerrunde bereit halten.
Die sechsjärige Sterstute Jeanette fan ût Hettingapaed (Onne 376 Sport x Oege 267 Pref.) startete mit hochfliegenden Plänen. Eine erste Prämie wollte sie sich verdienen! Als Fohlen war Jeanette dies schon einmal gelungen. Um fit dafür zu sein, hatte sie in diesem Jahr kein Fohlen, dafür stand seit Ende Februar Training auf dem Plan. Die lineare Beurteilung 2006 hatte ihr eine exzellente Bewertung für Gebäude und Rassetyp verliehen. Nun war es fast ein Spaziergang und die erste Prämie hatte sie in der Tasche genauso wie das Ticket zur Zentralen Körung am 23. + 24. Oktober in Leeuwarden.
Im Championsring trafen nun die drei frischgebackenen Sterstuten auf die routinierte Jeanette fan ût Hettingapaed, gegen die sie keine Chance hatten. Aber Reservesiegerin konnte eine von ihnen noch werden. Tessa G. (Tsjalke 397 x Feitse 293 Pref.) überzeugte und ging mutig an die Spitze. Für ihre Besitzerin Birthe Helbing ein ganz besonderer Tag, der später zusammen mit ihrem Geburtstag noch ausgiebig gefeiert wurde. Dass der Tag für beide so erfolgreich enden würde, war am Morgen noch gar nicht absehbar. Tessa ging zwar ohne Probleme auf den Hänger, nur alleine drauf bleiben wollte sie absolut nicht, nicht einmal Mal für wenige Meter. Ohne ihre Freundin Dolly –ein geschecktes Pony- wollte sie nicht auf die Reise gehen. So musste der Plan geändert werden und der Beiladung aus Hägerfelde abgesagt werden. Aber mit Maskottchen zur Zuchtschau zu gehen, vielleicht ist das dass Erfolgsrezept.
Für Detlef und Petra Elling war es wieder eine erfolgreiche Zuchtschau: Zuchtschausiegerin, Jugendsieger und Bestes Stutfohlen – alle drei mit einer ersten Prämie. Sie wollten auch gerne die Ergebnisse von 2008 toppen und haben frühzeitig viel Energie in das Training der Pferde investiert. Eine Pferdeleidenschaft, die schon geerbt wurde, ist nicht die schlechteste Vorraussetzung.
Fotogalerie Neustadt/Dosse ...
Originallink zu den DFZ-Zuchtschauergebnissen von Neustadt/Dosse...